Wir sind uns sicher: Wer informiert ist, kann sich besser engagieren, damit Hass und Rassismus im Landkreis Oberhavel keine Chance haben!


Projekte der demokratischen Bildung


Offen gegenüber Fremden zu sein und die Vielfalt kultureller, ethnischer und religiöser Lebensformen zu tolerieren, Minderheiten zu schützen und Gewalt zu bekämpfen, sich für die Integration von Fremden einzusetzen, Mut zu machen und Zivilcourage zu zeigen: All das kann nur durch eine verlässliche politische Grundbildung vermittelt werden. Daher unterstützen wir integrative und interkulturelle Projekte, um die Achtung der Menschenrechte zu stärken und zu einem friedlichen Miteinander ohne Ausgrenzung und ohne Gewaltanwendung beizutragen.

Wir unterstützen Projekte, die alternative Jugendkulturen stärken und dadurch mithelfen, neonazistische Jugendkulturen effektiv zurückzudrängen. Dazu gehört auch die Organisation von Begegnungen mit Menschen anderer Kulturen, unterschiedlicher sozialer Zugehörigkeit oder aus anderen Gegenden Deutschlands. Wir wollen Brücken bauen zwischen den unterschiedlichen Gesellschaftsgruppen, um die Sprachlosigkeit als Ausdruck von Angst abzubauen und damit die Aggressionen Fremden gegenüber zu verringern.

Wir unterstützen Projekte der Integration, die sich um die Vermittlung der deutschen Sprache für Asylbewerber/innen bemühen oder diese beim Gang zu Ämtern oder zu ärztlichen Konsultationen beraten und begleiten.

Schließlich unterstützen wir den Aufbau von Partnerschaften zu schulischen und außerschulischen Einrichtungen sowie zu Berufsbildungseinrichtungen, welche die Teilnahme an interkulturellen und politischen Bildungsveranstaltungen erst ermöglichen und Bildungsangebote für Lehrer und Ausbilder, da sie als wichtige Multiplikatoren für das Transportieren demokratischer Werte angesehen werden.


Historisch-politische Bildungsarbeit


Studien und Erfahrungen in den Schulen und Familien machen uns darauf aufmerksam, dass eine Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und dessen Folgen gemeinsam mit den Überlebenden und den folgenden Entwicklungen in den beiden deutschen Staaten für die politische Entwicklung von Jugendlichen und Heranwachsenden sehr hilfreich ist. Der Landkreis Oberhavel hat durch die beiden Gedenkstätten Sachsenhausen und Ravensbrück sehr gute Möglichkeiten, diese Lernprozesse schulisch und außerschulisch sowie in allen Generationen zu unterstützen. Dazu gehört auch eine weitere Ausgestaltung der Erinnerung an das Klinkerwerk als dem Todeslager in der Region.

Bei den Projekten, die wir unterstützen, geht es nicht darum, die Menschen im Landkreis Oberhavel im Speziellen für die Ereignisse der deutschen Geschichte während der NS-Herrschaft verantwortlich oder gar für die von Deutschen verübten Verbrechen haftbar zu machen. Es geht vielmehr darum, dass sie sich mitverantwortlich für die Belange der institutionellen Einrichtung der Gedenkstätten fühlen und in Fragen der Erinnerungspolitik (und um das Geschichtsbewusstsein als einem wesentlichen Bestandteil demokratischen Bewusstseins) nicht nur Zaungäste bleiben, sondern sich einmischen.

Daher unterstützen wir Projekte der historisch-politischen Bildungsarbeit, die sich der geschichtlichen Aufarbeitung im Landkreis Oberhavel verschrieben haben. Dazu gehören auch Zeitzeugengespräche für Schüler und Auszubildende, die eine vertiefende Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in besonderer Art und Weise ermöglichen. Das außerordentlich erfolgreiche Projekt „Stolpersteine Oranienburg“ werden wir unter der aktiven Einbeziehung der Bevölkerung, sei es als Paten für die Steinverlegungen oder in der Zusammenarbeit mit den Schulen und Ausbildungseinrichtungen, weiter fortführen.


Aktiv für Demokratie – Gegen Rechtsextremismus


Wir unterstützen die kontinuierliche inhaltliche Auseinandersetzung mit gegenwärtigen Erscheinungsformen des Rechtsextremismus und rechter Gewalt im Landkreis Oberhavel, die Verstetigung der öffentlichen Kritik an dem ideologischen Unsinn und den Gewaltgefahren des Rechtsextremismus, die Dokumentation rechtsextremer Aktivitäten und im Besonderen auch die Auswertung von Wahlergebnissen als Grundlage für öffentliche Diskussionen.

Wir unterstützen Aktionen, die Zeichen gegen Rassismus und Gewalt setzen. Dazu gehören „Konzerte gegen Rechts“ oder die alljährlich stattfindende Antirassismusdemonstration in Oranienburg.

Wir unterstützen die Beratungstätigkeiten für Opfer von rechtsextremer Gewalt, stellen Kontakte zu anderen Institutionen her (Opferperspektive, Weißer Ring etc.) und vermitteln Kontakte zu juristischen Beratungsstellen.

Schließlich unterstützen wir eine Öffentlichkeitsarbeit, die sich gegen Rechtsextremismus und für demokratische Werte einsetzt. Dazu gehören öffentliche Konzerte und Feste (nicht nur vor Wahlen) oder Informationsveranstaltungen und –stände bei Stadt- und Sportfesten, Kirchentagen, Weihnachtsmärkten und anderen gesellschaftlichen Anlässen.